Eine mir häufig untergekommene Unterscheidung, die gezogen wurde, war die zwischen Spaß und Freude. Diese Unterscheidung wurde teilweise als Rechtfertigung, teilweise als Entschuldigung und teilweise als so selbstverständlich gezogen, dass ein Infragestellen dieser Unterscheidung schon fast ketzerische Züge trug. Während in anderen christlichen Kreisen Spaß und Freude praktisch dasselbe waren, bzw. eine hohe Übereinstimmung hatten, wurde hier scharf unterschieden. Die, wie ich finde, berechtigte Frage lautet nun: warum wird diese Unterscheidung so scharf getroffen?
Um einen ersten Ansatzpunkt zur Behandlung dieser Frage zu finden, ist es zunächst wichtig, die Terminologie zu klären. Freude wird als etwas sakrales verstanden, als ein Glaubenszustand, in dem zu leben der Christ berufen ist. Ein Christ soll „Freude die Fülle“ haben. Spaß, in diesem Kontext als Gegenbegriff verstanden, ist nun etwas profanes, etwas weltliches. „Die Heiden haben Spaß, wir aber haben Freude.“ Spaß ist, weil es per definitionem etwas profanes ist, gleich etwas niederes. Somit ist auch klar, dass etwas Sakrales nie Spaß machen kann, denn dadurch würde es „beschmutzt“ und entwürdigt werden. Der Sprachgebrauch in dieser Hinsicht ist sehr eindeutig. An dieser Stelle sieht man, wie Lebensfremd und Lebensverneinend manche Vorstellungen sind.
Warum, zum Teufel, sollte das Christsein keinen Spaß machen können?

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